"Energie aus Abfall" beeindruckt Besucher

Die Grafschafter Nachrichten berichten am 14.7.2011 über den Besuch einer SPD-Delegation bei EVI:

"Energie aus Abfall" macht Eindruck - SPD bei Müllverbrennung

Beeindruckt zeigte sich eine SPD-Delegation unter der Führung des Vorsitzenden der Landtagsfraktion, Stefan Schostok, und des heimischen Landtagsabgeordneten Gerd Will über die Energieerzeugung im grenzüberschreitenden Europark. Hier wird bekanntlich Müll verbrannt und damit Strom erzeugt. Die dabei anfallende Wärme soll künftig von benachbarten Unternehmen genutzt werden. Landratskandidatin Daniela de Ridder spricht von einem „Leuchtturmvorhaben“.

Von Manfred Münchow - Emlichheim/Coevorden.
Die Zeiten ändern sich: SPD-Mitglied Josef Brüggemann hat sich als Landratskandidat für Pro Grafschaft im Jahr 2004 gegen den Bau der Müllverbrennungsanlage ausgesprochen, weil er der Ansicht war, es gingen keine wirtschaftlichen Impulse von so einer Anlage aus. In dieser Woche hat sich die derzeitige SPD-Landratskandidatin Daniela de Ridder am Ende eines Rundgangs durch die Anlage von Unternehmer Henk Jacobs ein Autogramm auf die gelbe Besucherweste schreiben lassen. Die „anfänglichen Bedenken“, die sie gehabt habe, seien weg. De Ridder lobt vor allem die Pläne des Betreibers der Müllverbrennungsanlage, künftig auch Schulklassen einzuladen und die Anlage zu erklären. Das helfe, „Vorurteile abzubauen“.
Auch der SPD-Fraktionschef im Landtag, Stefan Schostok, zeigt sich beim Rundgang durch die Anlage beeindruckt. Das Unternehmen sei ein „großes Vorbild“ im Verarbeiten von Wertstoffen, sagt der Politiker und wünscht eine „ertragreiche Zukunft“.
Der Landtagsabgeordnete Gerd Will hatte den Fraktionsvorsitzenden und weitere SPD-Politiker eingeladen, um sich vom grenzüberschreitenden Europark und dessen Infrastruktur ein Bild zu machen. Die Anreise erfolgt erwartungsgemäß ab dem Bahnhof Emlichheim auf der Schiene im historischen Salonwagen der Bentheimer Eisenbahn. Energie und Logistik sind schließlich die markanten Themen für das grenzüberschreitende Industriegebiet. Der Gast aus Hannover zeigt sich beeindruckt von der Logistik im Europark im deutsch-niederländischen Zusammenspiel. Die Bentheimer Eisenbahn ist hier stark im Güterverkehr auf der Schiene engagiert. Im Europark wünscht man sich einen Ausbau der Wasserstraße auf niederländischem Gebiet, damit größere Schiffe den Hafen erreichen können. Mit Blick auf die niederländischen Nordseehäfen Rotterdam und Amsterdam sagt Europark-Manager Henk Oortmann: „In 10 bis 15 Jahren werden sich die Güterströme von dort verdreifachen.“ Daher müsse man für gute Verbindung auf Schiene und Wasser sorgen. „Logistik wird in der Sozialdemokratie oft als problembelastet gesehen“, räumt Stefan Schostok ein und lobt zugleich die „ganz große Offenheit“, mit der man sich in der deutsch-niederländischen Grenzregion verkehrspolitisch aufstelle. Hier habe man sich bereits weit vor der Wirtschaftskrise um die Infrastruktur gekümmert.

Am Ende der Besichtigungstour durch die Müllverbrennungsanlage sagt Gerd Will zu Henk Jacobs: „Sie sind für uns ein wichtiger Partner.“ Der größte Anlieferer von Abfall ist der SITA-Konzern. Es wird damit gerechnet, dass sich dieser Konzern bei der anstehenden Ausschreibung der Grafschafter Abfallwirtschaft um eine Beteiligung bewerben wird. Derzeit sind Fachbüros mit den Vorbereitungen für eine Ausschreibung beschäftigt.